Rekordsummen für vermeintlichen Trödel vom Dachboden

 

Auf Deutschlands Dachböden und in vielen staubigen Kellern auf der ganzen Welt finden sich ganze Sammelsurien an Schrott, Trödel und Antiquitäten. Wie oft werden Ölgemälde auf Flohmärkten auf einen möglichen Ursprung aus Meisterhand untersucht, Vasen vergeblich umgedreht, weil der Käufer auf ein Zeichen für frühes und seltenes Meissener Porzellan hofft!

Meistens wird daraus nichts. Umso erstaunlicher ist es jedoch, dass sich unter vielen zwar schönen, aber leider wertlosen Stücken bisweilen ein Schatz verbirgt.

Wer schon immer einmal wissen wollte, ob er tatsächlich einen Schatz hortet, der sollte sich im besten Falle an das nächstgelegene Auktionshaus oder den nächsten Antiquar wenden. Möglich ist im ersten Anlauf natürlich auch immer die Suche über einschlägige Internetseiten – ob der puren Masse an dort angepriesenen ‘Schätzen’ aber auch immer eine schwierige Angelegenheit. Immer wieder zeigt sich: Wer Geld verdienen will, der muss sich bestens auskennen. Oder einen Experten zu Rate ziehen.

 

Im Falle der folgenden Funde rentierte sich der Gang zum Experten für die Besitzer sehr, die ursprünglichen Verkäufer jedoch verpassten die Chance auf das ganz große Geld.

 Noch gar nicht einmal so lange her ist dieser Fall, bei dem 2018 eine französische Familie auf dem Speicher ihres Landhauses bei Paris wertvollen Porzellans fündig wurde. Genauer handelte es sich um eine mit Landschaftsszenen bemalte chinesische Vase aus den kaiserlichen Werkstätten von Jingdezhen. Die prächtige bunt bemalte Vase aus dem 18. Jahrhundert wurde von den Besitzern wohl in einem Schuhkarton zum Londoner Auktionshaus Sotheby’s gebracht, wo sie dann auf 500.000 bis 700.000 Euro geschätzt wurde. Gekauft wurde sie schließlich von einem unbekannten Käufer für unglaubliche 16 Millionen Euro. Die Vase ist im chinesischen Famille Rose-Stil gefertigt, welcher rosarote Farbtöne bevorzugt und stellt laut Sotheby’s ein äußerst seltenes Stück dar. Insgesamt seien nur fünf andere Vasen in ähnlicher Form bekannt. 

Im Jahr 2017 brachte Sotheby’s einen mit einem 26-karätigen Diamanten besetzten Ring unter den Hammer, der schlussendlich für rund 750.000 Euro den Besitzer wechselte. Ein wahrer Glücksfund: Die Einlieferin hatte ihn für umgerechnet knapp Zwölf Euro in den 80er Jahren auf einem Flohmarkt erworben, auf dem der Verkäufer offensichtlich völlig unwissend war über den wahren Wert des Stückes. Sie hatte ihn ebenso jahrelang für billigen Modeschmuck gehalten und ihn sowohl beim Einkauf als auch beim Putzen getragen. Grund dafür, dass der große Diamant von niemandem als solcher erkannt worden war, soll ein besonderer Schliff aus dem 19. Jahrhundert gewesen sein. Um das Gewicht des Diamanten möglichst zu bewahren war es offenbar üblich, den Diamanten nicht so funkelnd zu schleifen wie man es heute tun würde. Entsprechend hatte man es eher mit einem glanzloseren Exemplar zu tun. Das hat dem Verkaufspreis jedoch nicht geschadet.